Projekt 2

Ist der Schlaf der Hüter der Schmerzhemmung?

Zwischen Schlaf und Schmerz besteht ein reziprokes Verhältnis: Schmerz stört den gesunden Schlaf und Schlafstörungen führen ihrerseits zu pathophysiologischen Veränderungen im Schmerzsystem. Studien zu Schlafdeprivation und Schlaffragmentierung konnten zeigen, dass experimentelle Störungen des Schlafes zu erhöhter Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie) und klinischen Schmerzbeschwerden führen können. Mittlerweile ist es wahrscheinlich, dass hierbei die endogene Schmerzhemmung (erfasst mit dem Conditioned Pain Modulation-Paradigma – „Schmerz unterdrückt Schmerz“) geschwächt wird.

Nun stellt sich im Umkehrschluss die Frage, welche Schlafanteile essentiell sind um die endogene Schmerzhemmung zu stützen – um somit als Resilienzfaktoren in Erscheinung zu treten. In diesem Projekt soll daher das Schmerzsystem durch Schlafentzug gestört und anschließend beobachtet werden, welche danach möglicherweise verstärkten Schlafanteile in einer Erholungsnacht die Normalisierung des Schmerzsystems vorhersagen helfen.

Diese Beziehung zwischen Schlaf und Schmerzhemmung gewinnt vor allem bei chronischen Schmerzpatient/innen an Bedeutung, da diese neben dem Schmerz zumeist auch unter Schlafstörungen leiden. Daher soll das vorliegende Projekt Personen mit chronischen Schmerzen wie auch gesunde schmerzfreie Proband/innen betrachten. Dies erlaubt Rückschlüsse auf die Fragen, ob und inwieweit sich das Schmerzsystem bei Schmerzpatient/innen in einer Erholungsnacht restaurieren kann. Hieraus können sich neue Interventions- und Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Schmerzen ergeben.

Projektbeginn: 1.12.2016

Betreuer:
Prof. Dr. Stefan Lautenbacher

Kooperationspartner:
Prof. Dr. Christoph Lauer, Klinikum Ingolstadt
Dr. Dipl.-Psych. Bernd Kundermann, Vitos Klinikum Gießen-Marburg

Stipendiatin:
M.Sc. Cindy Strömel