Projekt 1

Regulation der Schmerzwahrnehmung mithilfe von kognitiven Strategien:
Akzeptanz versus Suppression versus Reappraisal

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Psychologische Interventionen können, ebenso wie medizinischen und pharmakologischen Behandlungen, bedeutsam zur Linderung von Schmerzen beitragen. Zu den kognitiven Interventionsmöglichkeiten gehören Emotionsregulationsstrategien, und hier werden aktuell insbesondere das Neu- und Umbewerten („Reappraisal“) sowie das Unterdrücken („Suppression“) als effektive Strategien zu Reduktion von Schmerz diskutiert.
Daneben finden so genannte Akzeptanz-Basierte Strategien zur Modifikation des Schmerzerlebens in der Praxis Anwendung. Hierbei werden Patienten angehalten, ihren Schmerz bedingungslos anzunehmen und bewertungsfrei wahrzunehmen. Die erfolgreiche Anwendung solcher kognitiver Strategien zur Reduktion von Schmerz könnte ein wichtiger Resilienzfaktor sein, der vor einer Chronifzierung von Schmerz und der damit einhergehenden Beeinträchtigung schützt.
Die Wirksamkeit der hier genannten Strategien ist zwar belegt, es fehlt aber noch ein direkter Vergleich, insbesondere unter Einbeziehung biopsychologischer-neurowissenschaftlicher Maße der Schmerzverarbeitung.

Ziel dieses Promotionsprojekts ist daher die vergleichende Untersuchung von Reappraisal, Suppression und Akzeptanz-basierter Strategien der Schmerzreduktion in einem Within-Design, um deren Auswirkungen Strategien auf den Schmerzbericht sowie auf peripher- und neurophysiologische Korrelate der Schmerzwahrnehmung zu quantifizieren.
Ferner soll untersucht werden, ob sich die Effektivität der Strategien in Abhängigkeit von der verwendeten Schmerzmodalität verändert. Wir erhoffen uns von den Ergebnissen, die der Regulation von Schmerz zugrundeliegenden Prozesse besser zu verstehen. Die Befunde sind für die Grundlagenforschung und die klinische Forschung relevant, und können langfristig eventuell dazu beitragen, die Behandlung von Schmerz zu optimieren.

Projektbeginn: 1.1.2016

Betreuer:
Prof. Dr. Paul Pauli

Kooperationspartner:
Prof. Dr. Matthias Wieser (jetzt Universität Rotterdam, Niederlande)
Dr. Philipp Reicherts

Stipendiatin:
Valentina Haspert