Projekt 2

Schmerzmodulation durch positive und negative soziale Interaktionen

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In bildgebenden Studien ließ sich eine neuronale Aktivierung affektiver Schmerzareale, wie der Insula und dem anterioren cingulären Cortex, sowohl beim Erleben von physischem Schmerz als auch unter sogenanntem „sozialen Schmerz“ (z.B. sozialer Ausschluss) nachweisen. Daneben zeigte sich auch eine erhöhte Schmerzwahrnehmung nach sozialem Ausschluss. Die Induktion von sozialem Stress in Kombination mit Feedback unterschiedlicher Valenz wurde hingegen bisher noch wenig hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Schmerzwahrnehmung untersucht. Daher soll in der geplanten Untersuchung der Trier Social Stress Test (TSST), der verschiedene stress-generierende-Aufgaben (Antizipation eines Bewerbungsgesprächs, freie Rede und Kopfrechnen) in einem hochstandardisierten Anwendungsrahmen vereint, zur Anwendung kommen. Unabhängig von der tatsächlichen Leistung soll anschließend negatives, positives oder kein Feedback zum Abschneiden im TSST gegeben werden, eine weitere Gruppe durchläuft zudem die Placebo-Version des TSST (ohne Feedback). Es ist zu erwarten, dass der Trier Social Stress Test zu einer verstärkten Schmerzwahrnehmung führt und negatives Feedback als sozial-evaluative Belastung eine weitere Schmerzpotentierung bewirkt. Daneben soll auch die Rolle von verschiedenen Persönlichkeitseigenschaften untersucht werden, die die Schmerzmodulation noch weiter verstärken oder aber ihr vorbeugen könnten.
Insgesamt soll die geplante Studie Aufschluss über soziale und psychologische Faktoren geben, die die Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Neben dem verbesserten Verständnis der für die akute Schmerzwahrnehmung relevanten Mechanismen könnten die Befunde auch potentiell für die Schmerzmodulation chronischer Schmerzen von Bedeutung sein und Forschungsansätze für klinische Stichproben liefern.

Projektbeginn: 1.6.2017