Projekt 1

Abbildung:
Nachweis von Opioidrezeptoren (rot, µ-Opioidrezeptoren, MOP) in peripheren sensiblen Neuronen bei Wistarratten. MOP kolokalisiert mit Calcitonin-Gene-Related Peptide (CGRP, grün) im Ischiasnerv (Pfeilspitzen), aber nicht in allen Nerven (weiße Pfeile) (aus Mambretti E et al. Mol Pain 2016).

Projekt PhD Thesis, Anästhesie

Epigenetische Kontrolle körpereigener Schmerzlinderung
(microRNAs regulating opioid receptor expression in peripheral nociceptors and the spinal cord)

Morphine gehören zu den Opioiden und wirken über Opioidrezeptoren, die im zentralen und peripheren Nervensystem (siehe Abbildung) exprimiert werden. Bindung von Opioiden an ihre Rezeptoren führt dazu, dass Schmerz nicht aufgenommen oder weitergeleitet wird. Entzündung erhöht die Expression von Opioidrezeptoren in peripheren Nozizeptoren (Schmerzfasern). Dieser Prozess findet im peripheren Nervensystem statt. Hier verbessern endogene Opioidpeptide aus eingewanderten Leukozyten die Hyperalgesie (Schmerzempfindlichkeit) und somit die körpereigene Schmerzkontrolle.

Micro Ribonukleinsäuren (RNA)s sind nicht kodierende RNAs, die posttranskriptionell die Expression von Proteinen über mRNA-Abbau steuern. Aus eigenen Pilotstudien wissen wir, dass bestimmte microRNAs die Expression von Opioidrezeptoren regulieren, die auch in Hinterwurzelganglien gebildet werden. Im Rahmen des Promotionsprojektes soll in präklinischen Modellen untersucht werden, wie Opioidrezeptoren bei Entzündungsschmerz epigenetisch reguliert werden, Resilienz vermitteln und ob bestimmte microRNAs die endogene Analgesie gezielt verbessern können. Langfristiges Ziel ist es, diese Faktoren in Patienten zu untersuchen, die eine unterschiedlich gute endogene Schmerzhemmung haben oder die unterschiedlich gut auf die schmerzlindernde Wirkung Opioide ansprechen.

Projektbeginn: 1.7.2016