Projekt 1

Resilienzfaktoren beim Fibromyalgiesyndrom

Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist eine überwiegend bei Frauen auftretende Schmerzerkrankung mit chronischen Schmerzen in mehreren Körperregionen und assoziierten Symptomen wie Depressivität, Schlaf- und Konzentrationsstörungen.
Innerhalb der an unserer Klinik untersuchten großen Kohorte von Patienten mit FMS bilden sich zwei Extremgruppen heraus.
Die eine Gruppe besteht aus durch die Krankheit schwerst in allen sozialen Funktionen betroffenen Frauen, oft auch mit sozialem Abstieg im Verlauf der Erkrankung. In der anderen Gruppe finden sich z.B. erfolgreiche Geschäftsfrauen, die trotz der Schmerzerkrankung sämtlichen privaten und beruflichen Aufgaben nachgehen. Interessanterweise kann die Schmerzstärke gemessen an der (subjektiven) numerischen Analogskala bei Betroffenen aus beiden Gruppen gleich hoch sein.

Die Frage, welche Faktoren damit assoziiert sind, dass ein Teil der vom FMS betroffenen Patientinnen resilient gegen die psychosozialen Auswirkungen der Erkrankung sind, soll mit verschiedenen Methoden untersucht werden. Hierzu gehören standardisierte Fragebögen zum Schmerzerleben, zur Lebensqualität, zum Optimismus und zur Religiosität, wie auch zu Bildung, familiärer und psychosozialer Situation sowie Inanspruchnahme von Therapien.
Es werden biologische Variablen erhoben, wie die Funktionsfähigkeit der schmerzleitenden Nervenbahnen (elektrisch, psychophysisch) und Variablen aus den neuro-immunen Regelkreisen aus Blutproben (Zytokinbalance pro- vs. anti-inflammatorische, Inflammations-regulierende microRNAs wie miR21 und miR124).

Die Dualität dieses Projektes eröffnet einen Diskurs zwischen Geisteswissenschaft und der Naturwissenschaft. Um die Patienten erfolgreich therapieren zu können reichen eindimensionale Therapieansätze nicht aus. Um dieser Aufgabenstellung gerecht zu werden, werden eine Annäherung und ein Dialog zwischen naturwissenschaftlichen Daten und psychologisch-theologischen Betrachtungsweisen angestrebt.

Projektbeginn:  Oktober 2016