Projekt 3

Einfluss wahrgenommener sozialer Unterstützung in virtueller Realität auf die Schmerzverarbeitung


Abbildung:
Illustration der experimentellen Bedingungen. Untersuchung des Effekts einer scheinbar menschlich gesteuerten vs. computergesteuerten sozialen Unterstützung in virtueller Realität auf die Schmerzwahrnehmung.
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Schmerz ist ein multimodales Phänomen und wird unter anderem von psychosozialen Faktoren beeinflusst. Soziale Unterstützung kann einen schmerzlindernden Effekt haben. Durch das Forschungsvorhaben soll Aufschluss darüber gewonnen werden, von welchen Faktoren die Wirkung sozialer Unterstützung auf die Schmerzverarbeitung abhängt.

Der Fokus dieses Promotionsprojekts liegt auf der Frage, welche Rolle das Wissen über den sozial unterstützenden Interaktionspartner spielt. Genauer werden Unterschiede untersucht, zwischen einem scheinbar menschlich gesteuerten Interaktionspartner (Avatar) vs. einem computergesteuerten Interaktionspartner (Agent). Dabei kommt die Methode der virtuellen Realität (VR) zum Einsatz. Eine der Forschung zugrundeliegende Hypothese lautet, dass der schmerzreduzierende Effekt stärker ist, wenn ein Mensch hinter der Interaktion in VR angenommen wird, als wenn vermeintlich ein Computer die Interaktion in VR steuert. In weiteren Studien soll die Rolle von wahrgenommener Empathie beim sozialen Interaktionspartner, die Dauer der gemeinsamen Erfahrung und der Einfluss der Darstellung des Avatars bzw. Agenten untersucht werden.

Befunde, welche die formulierte Hypothese bestätigen, würden die These stützen, dass die Wirkung sozialer Unterstützung sehr stark von Kognitionen abhängt und weniger vom sensorischen Input. Praktisch relevant ist das Forschungsvorhaben, da zu erwarten ist, dass soziale Interaktion mehr und mehr über technische Systeme, eventuell auch vermehrt zwischen Mensch und Computer ablaufen wird, sowie technische Systeme zunehmend im medizinisch-therapeutischen Kontext eingesetzt werden.

Projektbeginn:
1.5.2020

Betreuer:
Herr Prof. Dr. Paul Pauli

Kooperationspartner:
Herr Dr. Ivo Käthner
Herr Prof. Dr. Stefan Lautenbacher

Stipendiatin:
Frau Isabel Neumann