Projekt 3

Abbildung 1:

Zusammenhang Schmerzwahrnehmung und Emotion (aus Magne Flaten, Mustafa al Absi (Eds.) Neuroscience of Pain, Stress and Emotion)

Abbildung 2: Regelkreis innerhalb des Rückenmarkes, welcher dem CPM Effekt zu Grunde liegt

Modulation von Schmerz durch Emotionen

Variation in der dynamischen Schmerzmodulation durch visuelle, emotionsinduzierende Stimuli im Zusammenhang mit genetischen Polymorphismen

Schmerz und Emotion stehen zueinander in Wechselwirkung, daher haben Emotionen die Möglichkeit die Schmerzwahrnehmung selbst zu beeinflussen. So empfinden wir einen schmerzhaften Reiz, als weniger schmerzhaft und als weniger störend, wenn wir in einer positive Stimmung sind. Die Auswirkungen von Emotionen auf die interne Schmerzmodulation (CPM- Effekt) sind weniger erforscht.

Innerhalb des Rückenmarkes befinden sich neuronale Wechselkreise, welche es uns ermöglichen Schmerz zu modulieren. Tritt zum Beispiel ein Schmerz an einer Körperstelle auf, kann dieser durch Schmerzen an einer anderen, kontralateralen Körperstelle inhibiert werden. Wir nehmen den ersten Schmerzreiz als weniger schmerzhaft wahr. Dieses Phänomen wird im Menschen als CPM (Conditioned Pain Modulation)- Effekt beschrieben.

Schmerz hat auch genetische Grundlagen. So wurden in 2007 genetische Punktmutationen innerhalb des COMT Gens festgestellt, welche einen Einfluss auf die Schmerzsensitivität haben (Diatchenko, Nackley, Tchivileva, Shabalina, & Maixner, 2007).

Der CPM-Effekt ist Fokus dieser Untersuchungen. Es soll untersucht werden, wie sich visuell-induzierte Emotionen auf diese Schmerzmodulation auswirken und ob es eine Korrelation zwischen Polymorphismen in schmerzrelevanten Genen und den gemessenen CPM-Effekten gibt.

Projektbeginn: 1.7.2018

Betreuer:
Herr Prof. Dr. Paul Pauli

Kooperationspartner:
Dr. Philipp Reicherts

Stipendiatin:
Lisanne Plein