Projekt 2

Antiinflammatorische Zytokine als Resilienzfaktoren bei chronischen Schmerzen

Anti-inflammatorische Zytokine, insbesondere das Interleukin-4 (IL-4), scheinen chronischen Schmerzen entgegenzuwirken.
Diese Annahme wird gestützt durch zahlreiche Befunde: Patient/innen mit chronischen Schmerzen in mehreren Körperregionen haben niedrigere IL-4-Spiegel als Gesunde. Patient/innen mit Polyneuropathien sind dann vor neuropathischen Schmerzen geschützt, wenn sie höhere IL-4 Spiegel haben.
Im Tiermodell ist IL-4 Mangel mit Überempfindlichkeit und gesteigerter neuronaler Aktivität in spinalen Nozizeptoren verbunden, die Gabe von IL-4 lindert vorbestehende Schmerzen. Zudem ist IL-4 an der Regulation von Opioidrezeptoren und von Serotonin beteiligt. Interessanterweise wirkt IL-4, zumindest in Modellen, auch depressiver Verstimmung entgegen.

Die Hypothese, dass hohe IL-4 Expression die Resilienz fördert, soll an einer homogenen Gruppe von Patient/innen mit neuropathischen Schmerzen (der sog. Small Fiber Neuropathie) im Vergleich mit Kontrollpersonen untersucht werden. Die Patient/innen und Kontrollen werden bezüglich der Schmerzempfindung und -verarbeitung mit standardisierten Fragebögen und psychophysischen Instrumenten charakterisiert; Analysen der Expression von IL-4 und verwandter Zytokine sowie dessen Regulatoren und nachgeschalteten Faktoren (Opioidrezeptoren, Serotonin-Metaboliten) werden in Blut- und Gewebeproben untersucht.

Wir erwarten durch diese Promotionsarbeit eine weitere Aufklärung des pathophysiologischen Zusammenhangs zwischen IL-4 und der Schmerzempfindung.

Projektbeginn:
Bewerbungstermin: 1.6.2017
(Bewerbungen werden ab Januar 2017 entgegengenommen)
vorgesehener Start: 1.1.2018