Sommer Projekt 22018-08-14T10:16:05+00:00

Projekt 2

ZNS-Bildgebung und Resilienz beim Fibromyalgiesyndrom

Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist eine Schmerzerkrankung unklarer Ätiologie charakterisiert durch chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, Depressivität und Erschöpfungszustände. Die Prävalenz liegt zwischen 2-4 % in westlichen Populationen. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Man vermutet eine multifaktorielle Genese. Es scheint eine veränderte Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem vorzuliegen. Bei einem Teil der Patienten zeigen sich Veränderungen im peripheren Nervensystem (PNS), sowie ein erhöhter Anteil von psychischen Traumata in der Anamnese.

In diesem Projekt wird die an der Neurologischen Klinik untersuchte FMS Kohorte anhand der Parameter Resilienz und PNS-Beteiligung in Subgruppen eingeteilt. Die Hypothese, dass Korrelate zwischen den Sub- und Kontrollgruppen und neuroradiologischen Befunden bestehen, soll durch strukturelle und funktionelle MRT-Untersuchungen untersucht werden. Durch standardisierte Fragebögen werden außerdem psychologische Daten erhoben.

Die Frage, ob Besonderheiten im ZNS Ursache oder Folge des Symptomenkomplexes sind, kann eine Intervention klären. Nach einer körperlichen Bewegungstherapie, wie Qigong, welche in vorausgehenden Studien zu einer Besserung der Schmerzsymptomatik führte, besteht die Zielsetzung in erneuten MRT-Untersuchungen auf mögliche Veränderungen zu untersuchen. Die unterschiedliche Herangehensweise der Probanden an die Intervention wird auch in die Ergebnisauswertung einfließen.

Das Forschungsprojekt könnte durch empirische Arbeit das Bewusstsein zum Thema FMS erhöhen. Da das Syndrom wahrscheinlich multifaktoriell bedingt ist, ermöglicht ein interdisziplinärer Ansatz eine neue Chance, den Ursachen näher zu kommen.

Projektbeginn: 1.12.2017

Betreuerin:
Frau Prof. Dr. Claudia Sommer

Kooperationspartner:
Prof. Dr. M. Pham, Institut für Neuroradiologie