Projekt 2

Deutungen des Schmerzes. Welche Rolle spielt die christliche Tradition für die Schmerzbewältigung?

 

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In der Wirkungsgeschichte biblischer Texte, insbesondere in der Rede von dem Gott, der sich im Leiden seines Sohnes offenbart, kommt der Metaphorik körperlichen Schmerzes besondere Bedeutung zu. Welche Auswirkungen hat diese Theologie auf Menschen, die mit eigenem körperlichen und seelischen Leiden umgehen müssen? Die Konsequenzen des christlichen Glaubens für die Bewältigung eigenen Schmerzes erscheinen ambivalent: Einerseits schaffen vorgegebene Sprachformen die Möglichkeit der Artikulation, andererseits können eben diese Sprachmuster den unvertretbar je eigenen Schmerz relativieren.

Welche Rolle christlich-religiöse Sprachformen für das Ineinander von körperlicher und geistiger Dimension in der Wahrnehmung des schmerzenden Körpers spielen, ist bislang nur wenig untersucht. In diesem hermeneutisch fokussierten Projekt sollen ausgewählte christliche Überlieferungsbestände auf ihre körperbezogene Metaphorik hin analysiert werden.
Die Ergebnisse sollen in einem zweiten Schritt zu Prozessen religiöser Selbstdeutung aus Patientenperspektive in Beziehung gesetzt werden. Dabei kann auf erhobenes Material aus dem praktisch-theologischen Projekt (Prof. Dr. H. Simojoki) zurückgegriffen werden.
So lässt sich exemplarisch untersuchen, inwiefern religiöse Deutungsangebote durch eine veränderte Selbst- und Körperwahrnehmung eine Modulation des Schmerzempfindens erreichen und so einen Beitrag zum Aufbau von Resilienz leisten können.

Modifikationen der Themenstellung sind im Rahmen dieses Projekts möglich. Sollten Sie hierzu Vorschläge oder Rückfragen haben, dann kontaktieren Sie Prof. Dr. Th. Wabel.

Projektbeginn:
Bewerbungstermin: 1.6.2017
vorgesehener Start: 1.12.2017